Hotel Pronstorfer Torhaus — Schlafen beim Grafen

Tara und der liebe Ehemann besuchen Freunde in der Holsteinischen Schweiz.

Vor zwei Jahren haben wir bei einem Ausflug das Gut Pronstorf entdeckt und uns ein paar Zimmer angeschaut.
Hier wollen wir dieses Mal übernachten und reservieren einige Wochen vorher für 3 Nächte ein bestimmtes Zimmer, die „Kutscherstube“.

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1. ANKUNFT
Wir haben bei über 30 Grad sechseinhalb Stunden im Auto gesessen und sind froh unser Hotel erreicht zu haben. Ausreichende Parkplätze sind ganz in der Nähe vorhanden. Leider hört niemand unser mehrfaches Klingeln. Ein Anruf unter der, auf einem Schild vor der Tür stehenden Nummer, ist ebenfalls nicht erfolgreich, also ist erst mal Geduld gefragt.
Nach wenigen Minuten kommt  Frau Gräfin zu Rantzau angeradelt und entschuldigt sich erstmal, denn das reservierte und bestätigte Zimmer ist nun leider anderweitig belegt. Wir bekommen einige Alternativen gezeigt und entscheiden uns für das als Ersatz angebotene Zimmer “ Sommerabend“, das ist schön großzügig und hat ein großes Bad. Das Zimmer liegt allerdings zur Straße, die von uns gebuchte Kutscherstube lag hofseits.
Was mir bei unserer Ankunft gefehlt hat , war ein erfrischendes Getränk, leider wurde uns nichts angeboten.

2. ZIMMER
Das als Ersatz für die Kutscherstube angebotene Zimmer „Sommerabend“ ist sehr großzügig, es ist auch in der teureren Kategorie II eingeordnet.
Die Lage zur Straße erweist sich nicht als Nachteil, ich schlafe in allen Nächten ohne auch nur ein einziges Auto zu hören. Es ist wunderbar ruhig. Allerdings lassen wir die Fenster geschlossen, denn Stechmücken und Bremsen gibt es zur Zeit reichlich und sie lieben mich.
Die Ausstattung ist gut, ein hübscher alter Kleiderschrank, mit knarrenden Türen…

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ein großes Bett ( Länge 2,20 m) mit hervorragenden Matratzen,

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ausreichend Ablageflächen, Stühle, Sofa, Sekretär,

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alles alt und zum großen Teil aus gräflichem Bestand, wunderbar restauriert. Im Zimmer läuft man angenehm auf schönen Holzdielen, unser Bad zieren wunderschöne alte Fliesen.

Die doppelverglasten, aber optisch antik wirkenden Fenster lassen sich weit öffnen und sind mit schönen Messingbeschlägen versehen.

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Auch im Badezimmer gibt es an der Ausstattung fast nichts zu bemängeln. Es gibt eine großzügige gemauerte Dusche mit Glastür,

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eine Wanne ( in die allerdings vom lieben Ehemann maximal die Hälfte hineingepasst hätte…)

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Alles Wichtige ist vorhanden, die angebotenen Produkte zum Duschen, Haarewaschen usw. sind von bester Qualität, Marke “ Pure Herbs“. Was mich allerdings massiv stört ist das (wunderschöne) Holzgestell, in das die Doppelwaschbecken eingelassen sind. Es ist im unteren Bereich geschlossen, das heißt, man steht, egal ob beim Zähneputzen oder Waschen des Gesichtes weit weg vom Becken…und stößt sich, wenn man nicht daran denkt, auch gerne mal die Zehen ( was fußoperierten wie mir natürlich besonders unangenehm ist). Im WC der Tenne gibt es ein ähnliches Modell, unten offen, das erlaubt die Füße weiter vorne zu platzieren und ist damit deutlich funktioneller.  Hotelschläppchen bekommen wir auf Wunsch, einen Bademantel benötigen wir nicht, denn Saunatemperaturen haben wir auch so.
Die „Minibar“ ist ein gut bestücktes Tablett, bei den aktuellen Außentemperaturen, wäre aber ein Kühlschrank für die Getränke nicht schlecht. An der Bar im Restaurant bekommt man allerdings ein gekühltes Wasser und das ist sicher an 99 % der Tage im Jahr ausreichend….wann ist es hier schon mal über einen langen Zeitraum so warm?

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3. FRÜHSTÜCK

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Obwohl viele Gäste im Hotel sind, wird das Frühstück auf einer Etagere  ganz individuell serviert.

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Wir wollen keine Wurst und bekommen eine schöne Käseauswahl, 2 selbst gemachte Marmeladen, Honig aus dem Ort, diverse leckere Obstsorten und auf Wunsch auch Gurke, Tomate, Paprika. Dazu  Schwarzbrot und Körnerbrötchen, die aufgebacken werden. An einem Tag Frischkäse, auch Quark, einfach fragen…es gibt fast alles. Frisch gepresster Orangensaft, auf Wunsch Eier in allen Variationen.
Wenig überzeugen konnte uns allerdings der Cappuccino. Der hat sich getrant als dünner Milchkaffee, denn Schaum bringt die Maschine nicht zu Stande, vielleicht hat es etwas mit der drückenden Hitze zu tun, denn unsere Maschine zu Hause hat auch in den letzten Tagen nicht den besten Schaum produziert. Dazu kommt der Cappuccino in einem SEHR großen Becher, ist nur lauwarm ( und nach wenigen Minuten kalt)und schmeckt nicht nach Kaffee….sondern nur nach lauwarmer Milch. Es gibt ganz wunderbare Geräte für wenig Geld ( ca. 50 €, herausnehmbare, leicht zu reinigende „Flügel“), die einen phantastischen Schaum erzeugen, den auf einen guten Espresso und fertig ist ein leckerer Cappuccino.

Die Gräfin ist ob meiner Bemerkung zum Cappuccino am Abreisetag leicht pikiert, schließlich verwende man Kaffee aus Tansania…..immerhin werden 2 Cappuccino á 3,80 € von der Rechnung entfernt.
Wir sind immer die ersten beim Frühstück, da wir früh auf den Golfplatz fahren, trotz unserer Ankündigung, dass wir gerne um 7.45 Uhr am zweiten Morgen frühstücken wollen, warten wir fast eine halbe Stunde darauf, dass die Brötchen aufgebacken werden.
Der Service ist noch ausbaufähig. Frühstück gibt es erst ab 8 Uhr, für uns in aller Regel zu spät.

In unserem Haushalt wird kein Lebensmittel weggeworfen. Wird aber beim Frühstück ungefragt etwas auf den Tsich gestellt, dann passiert genau das, wenn es nicht gegessen wird, deshalb haben wir zum Beispiel die 3 kleinen Croissants, die an unserem letzten Tag in unserem Brotkorb waren gegessen, obwohl wir so  was eigentlich nicht essen. Optimal wäre es wenn man am Vorabend einfach angeben könnte: 4 Körnerbrötchen, 2 Scheiben Vollkornbrot, Käse, eine Sorte Marmelade, Quark usw. Die Portionen sollten klein sein und auf Wunsch sollte nachgefüllt werden, damit so wenig Lebensmittel wie möglich in der Refood Tonne landen. Da die Zahl der Gäste im Hotel ja überschaubar ist, sollte das machbar sein, besonders wen man die Gäste über die Gründe dafür aufklärt.

4. RESTAURANT
Es gibt eine kleine Karte auf der regionale Produkte, wie zum Beispiel ein Hechtfilet aus dem Wardersee zu humanen Preisen angeboten werden. Suppen, Pasta, als Dessert Eis oder Quark. Man isst in angenehmer lockerer Atmosphäre. Der Hugo als Aperitif schmeckt. Die Weinauswahl ist gut.
Wir haben drei Gänge gegessen, von Optik und Geschmack  eher Hausfrauenküche als Gourmet, es kam nicht ganz das was auf der Karte versprochen wurde ( zum Beispiel Quark auf Fruchtspiegel…der Fruchtspiegel fehlte, es kam leicht aromatisierter Quark pur)aber für den Preis gerade so in Ordnung,  auch hier…der ( sehr nette) Service schwächelt. Wer einen längeren Aufenthalt bucht und hier des Öfteren essen will könnte bei der kleinen Karte, von der ich leider nicht weiß wie oft sie wechselt ein Problem bekommen.

 

5. UMGEBUNG
Für die Golfer gibt es viele Golfplätze in der Nähe. Der Golfclub Segeberg ist nur 5 km entfernt. Wer gerne radelt nimmt sich eines der vor der Tür geparkten Fahrräder. Wer lieber wandert informiert sich bei der netten Familie zu Rantzau über schöne Ziele. Dazu liegen viele attraktive Städte im Umkreis von einer Fahrtstunde und die Ostsee ist nicht weit. Hinter dem Torhaus, gibt es ausreichend Sitzgelegenheiten in allen möglichen Bereichen des Gartens, sodass man auch ein ruhiges Plätzchen zum Lesen und Entspannen finden kann.

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FAZIT

Uns hat der Aufenthalt insgesamt sehr gut gefallen, der Service ist noch ein bisschen verbesserungswürdig, wenn im Restaurant von 5 Personen nur eine Person etwas anderes bestellt als der Rest sollte das Personal in der Lage sein, das zu behalten und nicht bei jedem Gang wieder fragen zu müssen was wohin kommt. Das gleiche gilt für die Getränke. Die Angestellten sind allerdings alle sehr freundlich. Das gilt auch für den herzensguten und Streicheleinheiten sehr zugeneigten Hofhund Emil, der sich sogar von den beiden frechen Gänsen ( ich glaube sie heißen Lisa und Paul) drangsalieren lässt.

Wer Ruhe sucht, gerne in einer schönen Umgebung wohnt, wem es nichts ausmacht wenn die Gänse am Rock zupfen und Emil sich auf den Füßen ausbreitet, der ist hier gut aufgehoben.

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Dazu sehr angenehm, handelt es sich um ein Nichtraucherhotel, leider darf auf der Terrasse geraucht werden, was ein Frühstück oder Abendessen unsererseits dort möglicherweise verhindert. Ich finde..wenn schon Nichtraucherhotel dann konsequent und ohne Aschenbecher auf der Terrasse. Die Tatsache, dass sich das Pronstorfer Torhaus Nichtraucherhotel nennt, war mit ein Hauptgrund für unseren Wechsel von der Strengliner Mühle dort hin. Bei unserem Aufenthalt waren glücklicherweise nur Nichtraucher anwesend und man konnte rauchfrei draußen einen leckeren Kuchen genießen.

Das Preisniveau ist der Leistung noch nicht ganz angemessen, denn im Pronstorfer Torhaus wird außer einer Sauna, Ruhe und einem schönen Ambiente nichts geboten, was den hohen Preis rechtfertigt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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