Condor DE 6015 Hurghada-Frankfurt am 04.05.2013 mit viel Verspätung und „operated by Smart Lynx“ — TARA sucht einen Anwalt für Reiserecht

TARA und der liebe Ehemann haben es schon wieder getan…Eine tolle Woche im Steigenberger Golfhotel in El Gouna liegt hinter uns.

Sehr ärgerlich allerdings was uns mit Condor passiert ist.

Schon der Hinflug stand unter keinem guten Stern. Wir haben wie immer gegen 25 € pro Person für den Hinflug 2 XL Plätze in Reihe 14  reserviert. Für den Rückflug sind alle XL Plätze ausgebucht und wir reservieren für 10 € einen Gang- und einen Mittelplatz in Reihe 15.

Und wir sind wie immer sehr früh am Flughafen um mit unserem Golfgepäck nicht lange in der Schlange stehen zu müssen.

Welche Überraschung, ja wir haben Plätze reserviert und bekommen Reihe 16 Fenster und Mitte. Moment das kann nicht sein wir haben XL bezahlt und gebucht. Ach die Maschine hat gewechselt, so so. Condor fliegt „operated bei Smart Lynx“, ein Blick in Wikipedia bringt die Erleuchtung: Eine lettische Fluggeselschaft, tja deren Personal wird sicher für deutlich weniger Gehalt arbeiten als die Condor Mitarbeiter. Für alle die wissen wollen wie das funktioniert…..Wet-Lease.

Wir haben Glück, zwei Gangplätze am Notausgang sind noch frei, die nehmen wir und sind dann sehr erstaunt als wir feststellen müssen, dass unsere 4 Nachbarn für ihre Notausgangplätze nichts bezahlt haben und am Vorabend einfach danach gefragt haben. Wir dagegen haben bezahlt und die Condor schafft es nicht, uns in einer Maschine anderen Typs als geplant, einen entsprechenden Platz zu reservieren. Und eine entsprechende Information vorab gibt es auch nicht.

Das Personal in der Maschine ist eine Mischung aus Condor Mitarbeitern und jungen nicht deutschsprachigen Mitarbeiter von Smart Lynx.

Am Tag vor unserem Rückflug nach Frankfurt suche ich den Flug ab Frankfurt DE 6014, der dann in Hurghada landet und anschließend als DE 6015 zurückfliegt und siehe da…wieder Condor operated bei Smart Lynx. Ich schreibe sofort eine Mail an unser Reisebüro mit der Bitte heraus zu finden welcher Maschinentyp da fliegt und uns XL Plätze zu reservieren.

Unser Reisebüro ist immer sehr bemüht, danke an alle Mitarbeiter des Reisebüros Wüst in Montabaur, man telefoniert mit Condor, dort kann niemand Auskunft geben über den Maschinentyp und die  XL PLätze sind laut Condorseite angeblich alle vergeben.

Also früh zum Flugplatz, wir sind bei den ersten am Check in und fragen nach einem Platz am Notausgang. Ja wir können zwei Gangplätze bekommen, es sind exakt die Plätze die wir auch auf dem Hinflug hatten. Und wie nett, wir sitzen auch wieder genau neben den netten Mitreisenden vom Hinflug, die auch wieder am Flugplatz nach Notausgangplätzen gefragt haben.

Welches Glück wir mit unseren Plätzen haben zeigt sich wenig später. Offiziell startet die Maschine um 17.40 Uhr, aber das Boarding beginnt deutlich vor der geplanten Zeit und um ca. 17.15 Uhr rollen wir auf die Startbahn. Alle Reisenden aus dem Raum Frankfurt wissen warum die Maschine es so eilig hat….Ab 23 Uhr herrscht Nachtflugverbot in Frankfurt. Es ist also wichtig, dass die Maschine pünktlich startet. Dann nach wenigen Minuten stoppt die Maschine auf dem Rollfeld, wir bekommen von der sehr jungen ( sehr netten ) Crew die Info, dass es einen technischen Defekt gibt und wir zurückkehren zur Parkposition.

Dort angekommen fragt man uns ob wir in der Maschine bleiben wollen, Dauer ca. 30 Minuten, was bedeutet: Keine Klimaanlage, keine Toiletten, denn die Maschine muss komplett heruntergefahren werden und neustarten. Alle wollen bleiben und wir sitzen ungefähr 25 Minuten in der immer heißer werdenden Maschine. Dann die Info: Alle müssen das Flugzeug verlassen und in einen Transitraum, während erneut versucht wird den Fehler zu beheben.

Ab jetzt wird es richtig ungemütlich: Für ca. zwei Stunden müssen wir in Hurghada in einem Transitbereich mit im Wortsinn beschissenen Toiletten ( natürlich ohne jegliches Papier), ohne Getränke und Essen, ohne Klimaanlage und noch dazu vom Personal gestattet, total verrauchten kleinen Raum warten, der von anderen Personen bereits in einem unmöglich dreckigen Zustand verlassen worden war ( überall auf den Sitzen und dem Boden lag Müll). Kurz nach 20 Uhr konnten wir wieder an Bord, wo uns die Crew ziemlich fertig erwartete, denn diese durfte das Flugzeug bei 30 Grad Außentemperatur und ohne Klimaanlagen und Toiletten die ganze Zeit nicht verlassen, da sie kein Visum hatten für Ägypten!!!

Kurz vorher wurden endlich vom Flughafenpersonal süße Säfte im Mini-Tetrapak verteilt, Wasser war auch auf ausdrücklichen Wunsch mehrere Personen nicht zu bekommen. Leid getan haben uns die vielen Familien mit kleinen Kindern, die Warterei war für sie eine echte Zumutung. In der Maschine wurde dann Gott sei Dank sofort mit einem Getränkeservice begonnen.

Fast eine weitere Stunde verbrachten wir an Bord der Maschine, laut Personal warteten wir  auf die Starterlaubnis aus Kairo. Die Stewardess teilte uns auf Nachfrage meines Sitznachbarn mit, das man den angezeigten Fehler behoben hat, indem die Maschine komplett heruntergefahren wurde und ein Update gemacht wurde????
Um 21.03 Uhr startete die Maschine und es war eigentlich klar, dass wir nicht mehr in Frankfurt landen können. Diese Info kam dann auch ca. 2 Stunden vor der Landung. Zielflughafen Köln. Landung dort am 05.04. um 2 Uhr. Laut Personal sollte dort jemand von der Condor auf uns warten, der uns über unsere Rechte aufklärt bei Verspätungen, darum war von den Passagieren ausdrücklich gebeten worden. Außerdem sollte ein Bustransfer nach Frankfurt organisiert sein.
Wir haben als Vorletzte aus der Maschine den Flughafen verlassen, da wir so lange auf unser Golfgepäck warten mussten. Mein Mann 2 m groß mit extrem langen Beinen kann nicht auf einem normalen Bussitz Platz nehmen, ich hatte auf Grund der langen Zeit ohne Getränke und Essen und auf Grund des langen Fluges einen schweren Migräneanfall. Dies hat uns veranlasst ein Taxi in den ca. 100 km entfernten Wohnort zu nehmen und erst heute Nachmittag dann mit einem Auto nach Frankfurt zu fahren um das dort geparkte Fahrzeug abzuholen.

Ich habe versucht jemanden an den Bussen zu finden, dem ich mitteilen konnte, dass wir nicht mitfahren, für den Fall, dass man uns vermisst, aber es gab niemanden vor Ort den das interessiert hätte. Es gäbe keine Kontrolle, ob alle Gäste in den Bussen seien, wurde mit von dem Herrn mitgeteilt, der den Bustransfer wohl im Auftrag von Condor organisiert hatte.

Unsere Kosten für Telefonat, Taxi, Nachzahlung Parken, Benzin für die extra Tour nach Frankfurt belaufen sich auf 188,89 €.

Laut Fluggastrechte-Verordnung stehen uns pro Person 400 € Entschädigung zu. ABER und ich zitiere aus Wikipedia:

„Ansprüche aus der Fluggastrecht-VO sind generell ausschließlich an die ausführende bzw. potentiell ausführende Fluggesellschaft zu richten, unabhängig davon, mit welcher Gesellschaft der Beförderungsvertrag tatsächlich geschlossen wurde. Insbesondere bei code-sharing Flügen ist dies zu beachten! Bei Flügen im Rahmen von Pauschalreisen (Richtlinie 90/314/EWG) sind die Ansprüche nicht an den Reiseveranstalter zu stellen, sondern ebenso an das ausführende Luftfahrtunternehmen.“

Bedeutet das in unserem Fall, dass wir unser Geld bei der lettischen Fluggesellschaft Smart Lynx einklagen müssen und die Condor fein raus ist, wenn ich den Satz richtig interpretiere??? Da kann sich der beauftragte Anwalt ja auf einen Ausflug nach Riga freuen….

Und ohne Klage werden wir wohl nicht an unser Geld kommen, wenn ich den diversen Quellen im Internet glauben darf.

Also werde ich mich mal auf die Suche nach einem Rechtsanwalt mit Schwerpunkt Reiserecht machen und vielleicht gelangt ja noch der eine oder andere Passagier der DE 6015 Hurghada/Frakfurt 04.05.2013..beim googeln auf meinen Blog und wir können gemeinsam klagen.

Vielleicht hat auch jemand in Hurghada ein Foto der Maschine gemacht und stellt es mir zur Verfügung, ich habe leider versäumt den „Saustall“ in Hurghada bzw. die Maschine zu fotografieren. Die beiden verlinkten Fotos der Smart Lynx Maschine stammen von der Seite BER-spotter.de.

Ach ja..und dann würde mich noch interessieren wann der Bus in Frankfurt angekommen ist?

1. Update 07.04.2013

Diese Frage wurde mir in der Zwischenzeit von Mitreisenden beantwortet: 4.40 Uhr am Terminal 2, so dass die Passagiere mit Gepäck und teilweise zwei kleinen Kindern zurück zum Terminal 1 mussten. Weder in Köln, noch in Frankfurt war ein Mitarbeiter von Condor vor Ort.

2. Update 07.04.2013

Die Deckungszusage meiner Rechtsschutzversicherung liegt vor und einen Anwalt habe ich auch gefunden.

Er wurde mir von der Anwaltskammer empfohlen….als Anwalt für Reiserecht…vor Ort beim Termin stellte sich dann heraus, dass er kein Anwalt für Reiserecht ist, aber da er mir symphatisch war habe ich ihm das Mandat erteilt, eine gute Entscheidung.

3. Update 08.05.2013

Der Termin bei dem Anwalt liegt hinter mir. Die Sachlage ist eindeutig. Von nun an kümmert sich Herr Vollheim aus Bad Ems. Ich bin gespannt wie lange es dauert bis die Condor reagiert.

4. Update 29.06.2013

Die Condor hat die vom Anwalt gesetzten Fristen ohne Reaktion verstreichen lassen, nun ist Klage eingereicht.

5. Update 16.07.2013

Das ging schnell, der Gerichtstermin steht bereits fest. Im August gibt es weitere Infos.

6. Update 30.08.2013

5 Minuten hat die Sitzung vor dem Gericht in Frankfurt gedauert. Der liebe Ehemann hat damit seine 400 € schon mal erfolgreich eingeklagt. In der Zwischenzeit gab es reichlich Schriftverkehr der beiden Parteien. Die Condoranwälte waren der Meinung, dass die Klage gegen die lettische Fluggesellschaft zu richten sei. Die Richterin sah das anders.

Nun steht noch das zweite Verfahren aus, in dem es um meine Ansprüche geht. Außerdem werden sich weitere Mitreisende aus ganz Deutschland von Herrn Vollheim vertreten lassen.

7. Update 10.09.2013

Heute kommt Post vom Rechtsanwalt. Die Rechtsanwälte der Condor teilen mit, dass aus prozessökonomischen Gründen auch meine Forderung anerkannt wird. Sehr ökonomisch die Condor….erst mal abwarten ob jemand trotz der üblen Briefe der Condoranwälte und der zu erwartenden Kosten klagt, es darauf ankommen lassen, bis vor Gericht gehen und dann zahlen. SEHR SINNVOLL.

8. Update 30.01.2014

Alle Mitreisenden, die sich auch an Herrn Rechtsanwalt Vollheim gewendet haben, müssen klagen, unglaublich. In der Zwischenzeit lassen sich aus meinem Bekanntenkreis auch Reisende eines anderen Condorfluges von dem Anwalt vertreten. Er hat ja nun schon Routine ( lach).

9. Update 16.02.2014

Nun ist die Condor auch dazu verurteilt worden den größten Teil der gerichtlichen und außergerichtlichen Kosten zu übernehmen. Sie zahlt aber nicht…so dass unser Anwalt Herr Vollheim nun die Zwangsvollstreckung gegen die Condor eingeleitet hat.

 
 
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5 Kommentare zu Condor DE 6015 Hurghada-Frankfurt am 04.05.2013 mit viel Verspätung und „operated by Smart Lynx“ — TARA sucht einen Anwalt für Reiserecht

  1. frauke sagt:

    Ich war dabei – Condor DE 6015 Hurghada-Frankfurt am 04.05.2013 

    Auch wir, mein Ehemann und ich, waren bei dieser sehr aufregenden und anstrengenden Rückreise aus unserem Uraub dabei.
    Der ausführlichen Beschreibung von TARA kann ich nur zustimmen. Bis auf die Fahrt von Köln nach Frankfurt (wir sind mit dem Bus gefahren) haben wir alles genau so erlebt.
    Im Nachhinein muss ich sagen, dass die Taxifahrt von TARA sicher die bessere Entscheidung war. Denn daß der Busfahrer uns trotz Hinweis unsererseits, dass wir zu Terminal 1 müssen, am Terminal 2 rauswirft,
    war einfach zu viel.

    Übrigens unsere Platzresevierungen (keine xxl Plätze), war aus besagten Gründen auch hinfällig.

  2. tara sagt:

    Hallo Frauke,
    das Geld für die Reservierungen holen wir uns bei unserem Reisebüro zurück. Einfach die Bordkarten einreichen.
    Gruß Petra

  3. DieterBauer sagt:

    Hatten mit dieser tollen Maschine auch unsrere Erfahrung gemacht. Die Kiste ist lt. Aussage der Stewardess 15 Jahre alt. Die Toilettentüren gehen nur mit schlagen zu und es stinkt auf der Toilette. Der Purser auf der Maschine war wahrscheinlich Lette konnte kein Wort deutsch, als Verantwortlicher auf einem deutschen Flug! Im Flieger war ein medizinischer Notfall. 3 Stewardessen kümmerten sich um die Person. Fragen ob ein Arzt im Flieger sei. Nur unser Purser, als Verantwortlicher verteilte weiterhin Brötchen. Toll, wenn in dieser alter Kiste mal was passiert und dieser Mann ist dann für die Organisation der Evakuierung der Maschine verantwortlich.
    Schlimm ist nur, wenn dies sich durchsetzt alle Gesellschaften solche Flieger einsetzen müssen um zu überleben und wir Urlauber nur noch mit Schrottkisten fliegen dürfen.

    Habe mich bereits mit dem Luftfahrtbundesamt in Verbindung gesetzt und diese waren an dem Fall sehr interessiert.

    Hoffe nur es kann verhindert werden, dass wir alle dann bei allen Fluggestellschaften mit billigen osteuropäischen Maschinen fliegen müssen.

  4. tara sagt:

    Hallo Dieter,
    Ihr wart aber nicht am 04.05. in der Maschine?
    War das auch der Flug mit Smart Lynx Hurghada-Frankfurt, bei dem Ihr diese Erfahrungen gemacht habt?
    Unsere Stewardess sagte am 04.05., dass das Personal gerade mal eine Woche auf die Maschine geschult sei….

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